Die CDU Nienberge hat am 08.11.2005 interessierte Bürger zu einer Informationsveranstaltung zur Zukunft der städtischen Bäderlandschaft in Münster eingeladen. In den Sitzungen am 27. 10. 2005, am 17.11. sowie im erweiterten Vorstand am 17.11.2005, des geschäftsführenden Vorstandes hat sich der Vorstand der CDU Ortsunion Nienberge mit dem von der Stadt Münster in Auftrag gegebenen Bädergutachten intensiv beschäftigt. Der CDU Vorstand stellt mehrheitlich fest: - Die CDU Ortsunion Nienberge sieht die Notwendigkeit, aufgrund der extrem-defizitären kommunalen Haushaltslage nach Einsparpotentialen zu suchen. Das darf allerdings nicht nur für die Frei- und Hallenbäder gelten, sondern für alle Bereiche kommunalen Handelns. In den nächsten Jahren müssen jährlich insgesamt 50 Millionen Euro eingespart werden. Diese Summe macht deutlich, welche weiteren „Kraftakte“ es zukünftig erfordert, dieses Defizit zu beseitigen und die Haushaltssicherung, d.h. die kommunale Insolvenz, zu vermeiden. Dies ist aber das erklärte Ziel der CDU/FDP – Koalition im Rat der Stadt Münster.
- Aufgrund des stadtweit anstehenden Gesamtsanierungsbedarfs in Hallen- und Freibädern in Höhe von 40 Millionen Euro, ist die Überlegung unausweichlich, die von der Stadt betriebenen Bäder zu reduzieren. Aufgrund des in den Jahren stark veränderten Freizeitverhalten und der gehobenen Ansprüche ist es sinnvoll, bestehende Bäder bedarfsgerecht zu sanieren. Das im Bäder-Gutachten für Nienberge aufgezeigte negative Ergebnis mit dem Fazit der Entlassung aus der städtischen Trägerschaft und Schließung wird jedoch von der Nienberger CDU Ortsunion skeptisch beurteilt. Die Zahlen aus dem Jahr 2005 zeigen, dass in diesem Jahr ein erheblich gestiegener Zuspruch zu verzeichnen war, der durch den Zuzug junger Familien in das neue Baugebiet am Waltruper Weg weiter steigen wird.
- Bemängelt wird, dass weder seitens der Gutachter und der Verwaltung der Stadt Münster Gedanken in Richtung Einsparpotential vorgelegt wurden. Daher setzt sich die CDU Nienberge mit Nachdruck dafür ein, dass alternative Betreiberkonzepte für das Freibad Nienberge, die die Stadt finanziell entlasten, gefunden und intensiv geprüft werden. Sie fordert die Bürgerschaft und Vereine zur Mitwirkung auf. Andere Städte haben gezeigt, dass mit aktiven Bürgern, denen besonders am Schwimmen vor Ort gelegen ist, Bäder auf Dauer gesichert werden können. Auch die Mandatsträgerinnen werden sich dafür einsetzen, dass in dem Ratsbeschluss zum Bäderkonzept eine deutliche Aussage zur Unterstützung des privaten Engagements bei der Übernahme von Trägerschaften aufgenommen wird. Die CDU Nienberge unterstützt jede Initiative, die den Erhalt des Freibades sicherstellt.
- Aufgrund vieler ungeklärter Fragen wird der Rat der Stadt Münster aufgefordert, die Vorlage V/0844/2005 vom 27.10.2005 erst in einer späteren Sitzung zu beschließen. Bis dahin sind dringend noch folgende wichtige Fragen zu beantworten:
- wie und wo wird das Schwimmen der Nienberger Grundschule in der Zukunft gewährleistet, unter der Prämisse zumutbarer Wege?
- bleibt das Roxeler Hallenbad für Nienberger Schul- und Vereinsschwimmen ebenso erhalten wie für den Besuch von Familien? Wird das Bad auch in den Ferien geöffnet?
- wird das zu Nienberge nächstgelegene Freibad DJK – Coburg erhalten bleiben? Der Rat hat alles dafür in die Wege zu leiten, dass dieses Freibad in Münster(DJK Coburg) erhalten bleibt.
- wird ein Solebad/Therme/Spaßbad im Westen realisiert? Für einen Neubau bietet sich im Falle einer Schließung das Nienberger Freibadgelände aufgrund seiner guten Erreichbarkeit: 20 min. Busverbindung zur Innenstadt und Gievenbeck, guter Parkraum und Zufahrt des Autobahnzubringers ideal eignen. Für einen Neubau ist die Voraussetzung, dass ein privater Investor die Baufinanzierung und den Betrieb des Bades ohne Investition von städtischen Mittel betreibt.
- wie wird die Erreichbarkeit anderer Frei- und Hallenbäder unter der Prämisse zumutbarer, finanzierbarer und sicherer Wege möglich, ohne dass Kinder und Jugendliche auf das Auto der Eltern angewiesen sind?
- wie wird der ev. Wegfall einer sinnvollen und gesundheitsfördernden Freizeitbeschäftigung durch Kinder- und Jugendangebote kompensiert, insbesondere da der Stadtteil Nienberge kein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche vorhält?
- was wird im Falle einer Schließung mit dem Grundstück geschehen?
welche Unterstützung können interessierte private Investoren für den Erhalt des Freibades seitens der Stadt Münster erhalten?
Die CDU Ortsunion Nienberge stellt mit großer Sorge fest, dass im Falle der Schließung des Nienberger Freibades kein anderes Freibad auf direktem Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren werden kann. Daher ist im Falle einer Schließung besonders eine zufrieden stellende Verkehrslösung zum DJK – Coburg- Freibad zu erarbeiten. Nach Meinung der CDU OU Nienberge muss für den Nienberger Stadtteil eine engere Verzahnung mit Kinderhaus angestrebt werden. Das kann durch eine Buslinie erfolgen, die im stündlichen Rhythmus von Nienberge über Wilkinghege und Kinderhaus nach Münster fährt. Folgende – bisher von Nienberge mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer und umständlich zu erreichende Ziele – wären zusätzlich zum Freibad DJK Coburg für Menschen ohne Führerschein auf kurzem Weg zu erreichen: 1.) Die Kirchengemeinden! Bei der evangelischen Gemeinde besteht die Kooperation zwischen Kinderhaus und Nienberge. Gleiches wird im Pastoralplan der kath. Kirche nachgedacht. 2.) Das Kinderhauser Hallenbad! Das Bad kann einen größeren Zuspruch bekommen. 3.) Das Seniorenheim in Wilkinhege! Dieses Haus wird für Nienberge als nächstgelegenes Seniorenheim mit Pflegeabteilung zunehmend wichtiger, da der „Nienberger Stadtteil“ laut Statistik überproportional altert. Die CDU Nienberge sieht keinen dringenden Grund, die Vorlage in der Ratssitzung vom 07.12.2005 zu entscheiden und fordert eine Klärung der offenen Fragen.
Münster, 21.11.2005 Für den Vorstand der CDU Ortsunion Nienberge Heinz Bexten 1. Vorsitzender |